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Schloss Weißenstein

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Der Kauf von Schloss Weißenstein

Die Felbertauernstraße AG (FAG) hat 2020 das Schloss Weißenstein bei Matrei gekauft, nachdem der Tod des bisherigen Eigentümers Jörg Demus den Anstoß dazu gab. Zwei der drei Eigentümer stimmten dem Verkauf sofort zu, der dritte Anteil wurde ebenfalls erworben, obwohl dies aufgrund des Verlassenschaftsverfahrens komplizierter war. Das Schloss aus dem 12. Jahrhundert, das bislang nur von außen besichtigt werden konnte, soll nach Sanierungsmaßnahmen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Neben dem Schloss umfasst das Areal auch 15 Hektar strategisch wichtigen Grund, den die FAG für ihre Projekte benötigt. Ein Beschluss des FAG-Aufsichtsrats und die Genehmigung des Bundes liegen vor, wobei der Kaufpreis nach dem Erwerb des letzten Anteils bekannt gegeben wurde.

Die Geschichte

Die ursprüngliche Wehranlage von Schloss Weißenstein umfasste einen bergfriedartigen Turm, eine polygonal gebrochene Ringmauer mit Kapelle, Palas und Küchentrakt. Im Erdgeschoss des südlichen Turms befand sich die Laurentiuskapelle, deren wertvolles Inventar 1640 gestohlen wurde. An der Außenwand der Kapelle sind noch Reste von Fresken des Künstlers Simon von Taisten zu finden. Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss zu einem Hotel umgebaut, wobei eine romanische Kapelle aus dem 12. Jahrhundert überbaut und erst später wiederentdeckt wurde. Die alten Wannen und Bäder zeugen von der Nutzung des Schlosses als mondäne Wellness-Anlage dieser Zeit.

1160

Erste urkundliche Erwähnung der Burg Matrei, später Weißenstein genannt.

1207

Graf Heinrich von Lechsgemünd verkauft die Burg an den Erzbischof von Salzburg gegen den Willen seiner Gemahlin Wilburgis, was bis 1293 zu mehreren Prozessen führte.

14. Jahrhundert

Weißenstein wird Sitz salzburgischer Richter und Pfleger im Pfleggericht Windisch-Matrei.

1470

Leonhard von Keutschach lässt die Burg ausbauen und die Befestigungen verstärken.

18. Jahrhundert

Die Burg verfällt, nachdem Pfleger und Richter ihren Amtssitz nach Matrei verlegen.

Nach 1803

Nach der Säkularisation wird die Burg teilweise als Armenhaus genutzt.

1864

Der Wiener Architekt Franz Poduschka kauft die Burg und erneuert Gebäude und Türme im Stil englischer Schlösser des Historismus.

Ende 19. Jahrhundert

Baron Adalbert von Mengershausen lässt das Schloss im Stil einer „romantischen Burg“ nach rheinländischen Vorbildern umbauen und die Gartenanlagen neu gestalten.

1921

Carl und Else von Thieme erwerben das Schloss.

August 2020

Die Felbertauernstraße AG kauft Schloss Weißenstein und den gesamten Grundbesitz von den Nachkommen der Familie von Thieme.

Zukunft noch ungewiss

Im Schloss Weißenstein kann man viel Geschichte hautnah erleben. Laut Karl Poppeller, Geschäftsführer der Felbertauern AG, ist die zukünftige Nutzung nach der Renovierung noch unklar. Verschiedene Nutzungsmöglichkeiten werden erwogen, aber es sind noch weitere Recherchen nötig, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Es wird etwa zehn Jahre dauern, bis das Schloss wieder belebt ist und seine Bestimmung gefunden hat. Die Investitionen werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt.